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Die Ermstalbahn damals ...Die Ermsthalbahn von Metzingen nach Urach führt uns über klassischen Boden zurück in die Vorgeschichte des schwäbischen Urwaldes, zum Wasser, darin der Urtier trank (Uraha), zu lustigen Jagdgründen, deren Erinnerung wenigstens noch im Wappen von Urach, dem Jagdhorn auf gelbem Felde, sich erhalten hat. In der Waldschlucht mit dem Auerochsen, im oberen Ermstal, scheint es den Römern nicht ganz geheuer gewesen zu sein, wenigstens hat man in Urach noch keine Reste dieses Volkes gefunden, aber in den sonnigen Auen von Metzingen hatte es sich angesiedelt, wie zahlreiche Votivsteine und Götterbilder beweisen, wonach dem höchsten Gott an der Armis (Erms) Gelübde gelöst wurden. Später ums Jahr 450 sollen Hunnen und Alemannen sich hier geschlagen und 761 die Franken einen großen Sieg über die Schwaben davongetragen haben, von denen 12 000 auf dem Metzinger Felde fielen. Wirklich hat auch der Bahnbau in dem Geschiebe der Erms Knochen von Menschen und Pferden, Waffentrümmer, Hufeisen u.s.w. zu Tage gefördert, die auf hohes Alter weisen. Unser eigentliches Wissen um die Gegend datirt sich übrigens erst nach dem Jahre 1089, der Zeit der Stiftung des Klosters Zwiefalten, aus hinterlassenen Chroniken der Mönche. Als Erstes kulturgeschichtlich Wichtigstes erfahren wir aus diesen Berichten, daß das untere Ermsthal um Metzingen, Neuhausen, Dettingen das eigentliche Weinland war der Grafen von Urach, Achalm und der Klöster Zwiefalten und Offenhausen. Ohne Zweifel hatten die Römer schon die Rebe an die Erms gebracht, wenigstens schreibt Ammianus Marcellinus von der vitis elbena, die in Rhätten besser gerathe als in Italien. Der Elbene oder Elbling ist aber bekanntlich ein so ächt schwäbischer Name und am meisten noch am Albtrauf zu Haus, daß wir sicher nicht fehl gehen, den Weinbau nicht erst von der Zeit der Klöster abzuleiten. Vielmehr bewarben sich die Klöster um die längst vorhandenen Weinorte, wie z.B. Neuhausen eine Stiftung der Grafen von Achalm an Zwiefalten war. Dem Mönche muß es wunderbar wohl gewesen sein ums Herz, wenn er von Zwiefalten und Münsingen her in das Thal herabkam, um nach dem Stand der Weinstöcke zu sehen, denn er nennt es in seiner Chronik "ein Land gleich dem Land der Verheißung, fruchtbar, reich an Wein". Das letztere ist heute noch so wahr, als sonst. Metzingen, Neuhausen, Dettingen mit ihren 700 Morgen Rebland haben 1874 über 7000 Eimer Wein gemacht, während Stuttgart mit seinen 1700 Morgen nicht mehr als 2628 Eimer produzirte. 10 Eimer pro Morgen ist aber noch lange nicht das Höchste, was dort wächst, der Mittelertrag aus 45jährigem Durchschnitt sind 13 Eimer, doch weiß man auch Erträgnisse von 20 - 30 Eimer, ja die Chronik berichtet vom Jahr 1728, allwo 44 Eimer auf dem Morgen gewachsen seien. Allerdings hat die Hofkammer keine Weinberge mehr dort, aber die Grafen und Herzoge von Württemberg haben ihn einst hoch in Ehren gehalten. So schreibt Herzog Christoph seinem Kellermeister in Urach, ihm rothen "und weißen Metzinger zu schicken, da er sich noch süß trinke und rees sei", und 1559 macht er dem Erzherzog Karl in Wien eine Verehrung mit "rothem Metzinger". Durch das ganze Mittelalter hindurch bleibt Urach, Schloß und Stadt, der Mittelpunkt der Gegend in der Hand des mächtigen Grafen von Urach, beziehungsweise Württemberg. Vor 500 Jahren hielt Graf Eberhard der Milde hier sein Beilager mit der Prinzessin Antonie von Mailand. Hier ist Eberhard im Barte geboren, der vor 400 Jahren hier seine glänzende Vermählung mit der schönen Barbara von Mantua feierte. Noch zeigt man in Urach die alte Brautbettlade Eberhards und die goldene Stube, noch steht auf dem Markte der Brunnen, aus dem 8 Tage lang Wein floß statt Wassers, als 14 000 Menschen zur Hochzeitsfeierlichkeit nach Urach kamen. Ebenso sind es jetzt 400 Jahre, daß die erste Papiermühle des Landes in Urach errichtet wurde, mit der der Papiermacher Antonio Threiner aus Castilien belehnt war, und eine der ersten Druckereien Schwabens durch Konrad Fyner von Gerhausen eingerichtet wurde. Im 30jährigen Krieg widerstand Urach 12 Tage lang den Oesterreichern, bis das Auffliegen ihres Pulverthurms sie zur Uebergabe nöthigte, die mit der Plünderung der Stadt endete. Seither blieb Urach von Feinden verschont. 100 Jahre sind es jetzt, daß die Festung Hohenurach abgetragen ist, über welche der Volksmund noch ein Witzwort des Karl Herzog bewahrt. Als der Kommandant der Feste Sr. Durchlaucht meldete, daß nichts Neues vorgefallen sei, erwiderte der Herzog: "Bin froh wenn nichts Altes einfällt". Indessen ist noch manches Alte ein= und noch manches Neue vorgefallen, die neueste Neuerung der Welt ist die Eisenbahn. Auf dem Der nächste Ort ist In Am Ende der Station Dettingen beginnt die Bahn 1 : 83,3 zu steigen und schneidet zunächst 4 m tief in das braune Beta ein und zugleich in einen Bierkeller, der aufgegeben werden mußte. Ein 600 m langer, 3 m hoher Damm, in welchem eine Wegdurchfahrt mit eisernem Oberbau liegt, wechselt sodann mit einem kleinen Einschnitt und führt zu einer Horizontale (415 m), welche in der Nähe der Werner'schen Papierfabrik angelegt ist, um nöthigenfalls eine Haltestelle für diesen Industrieplatz zu haben. Auf kleinen Dämmen oder in niedrigen Einschnitten führt die Bahn 1 : 80 durch das Feld der Uracher Bleiche am sanften Gehänge hin über den Brühlbach und den Weg nach Güterstein. Mit dem steileren Thalgehänge wurden auch die Erdarbeiten bedeutender, Dämme wechseln mit einseitigen Anschnitten, worunter der am Fuße des Schloßbergs in den Impressathonen des weißen Juras der bedeutendste ist. Der
... und heuteAn der Streckenführung der Ermstalbahn hat sich gegenüber vorstehender Beschreibung von 1880 nichts Grundlegendes geändert! Die Besiedlung des Ermstal hat zugenommen, viele der Dettinger Obstbäume sind der Bebauung zum Opfer gefallen; mit Wiederinbetriebnahme der NEUEN ERMSTALBAHN bedarfsgerecht vermehrt wurde die Anzahl der Bahnstationen: In Dettingen kam der Haltepunkt " Schon früher vorhanden war die Haltestelle
" Der End-Bahnhof " |
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